
Bundesliga Saison erfolgreichst abgeschlossen
14. September 2026Werte Leserschaft,
wie unsere geschätzte Gesellschaft bekanntlich weiß, gibt es kaum eine anspruchsvollere Aufgabe, als einen Bericht zu verfassen, der wirklich allen gefällt.
Der einen ist er zu ausführlich, dem anderen zu kurz.
Dem einen fehlt der Ernst, dem anderen ist er zu ernst.
Manche wünschen sich mehr Emotion, andere weniger davon.
Und wieder andere scheinen überhaupt erst dann zufrieden zu sein, wenn sie etwas gefunden haben, worüber sie sich beschweren können.
Nun, Ihre ergebenste Berichterstatterin muss an dieser Stelle ein kleines Geheimnis verraten:
Ich kann damit leben.
Denn einen Bericht zu schreiben ist erstaunlicherweise mehr Arbeit, als es auf den ersten Blick vermuten lässt. Man muss Informationen zusammentragen, Ergebnisse richtig einordnen, Namen nicht vertauschen, den richtigen Ton finden, zwischen sportlicher Leistung und Vereinsleben unterscheiden, formulieren, korrigieren … und am Ende möglichst noch dafür sorgen, dass der geneigte Leser nicht nach dem dritten Absatz eingeschlafen ist.
Das alles geschieht übrigens nicht auf magische Weise über Nacht.
Es ist Zeit. Es ist Arbeit. Und, man höre und staune, manchmal sogar Herzblut.
Dass dabei nicht jeder Satz jedem Menschen ausnahmslos zusagt, dürfte daher wohl als gesellschaftlich durchaus akzeptabler Zustand betrachtet werden.
Schließlich ist die Kunst, es allen recht zu machen, eine der wenigen Künste, die nachweislich noch niemand vollständig beherrscht.
Und so darf selbstverständlich jeder seine Meinung zu meinen Berichten haben. Kritik gehört zum Leben, zum Verein und, wenn sie fair und sachlich ist, durchaus auch zu einer gesunden Diskussionskultur.
Was mich allerdings ganz besonders amüsiert, ist die offenbar zunehmende Leidenschaft mancher Zeitgenossen, meine Person hinter den Berichten zum Gegenstand ihrer Betrachtungen zu machen, anstatt einfach mit mir darüber zu sprechen.
Hier darf ich beruhigen:
Eine persönliche Anschwärzung wird bei mir vermutlich ungefähr die Wirkung eines lauen Sommerwindes entfalten.
Ich besitze durchaus genügend Selbstbewusstsein, um Kritik auszuhalten. Mehr noch: Ich kann sie sogar als Motivation betrachten.
Denn wenn meine Berichte derart aufmerksam gelesen, analysiert und offenbar bis ins kleinste Detail auf ihre vermeintlichen Schwächen untersucht werden, darf ich mich geschmeichelt fühlen.
So viel Aufmerksamkeit bekommt schließlich nicht jeder.
Und sollte jemand tatsächlich einmal mit meiner Art zu schreiben oder zu formulieren nicht einverstanden sein, steht die Tür zu einem persönlichen Gespräch bekanntlich offen.
Das wäre übrigens eine bemerkenswert unkomplizierte Angelegenheit.
Man könnte miteinander reden.
Man könnte unterschiedliche Sichtweisen austauschen.
Man könnte vielleicht sogar gemeinsam lachen.
Eine geradezu revolutionäre Vorstellung.
Stattdessen scheint sich gelegentlich der indirekte Weg größerer Beliebtheit zu erfreuen – über Dritte, über Bemerkungen oder über besonders eifrige Kritiken.
Nun, auch das sei jedem ungenommen.
Ihre ergebenste Berichterstatterin wird derweil weiterhin schreiben.
Mit Begeisterung für unseren Verein.
Mit Respekt vor den Leistungen unserer Seglerinnen und Segler.
Mit Freude an unseren jungen Menschen, unseren Teams und unserer Gemeinschaft.
Und vermutlich weiterhin mit genau jener persönlichen Note, die meine Berichte zu meinen Berichten macht.
Denn eines werde ich ganz bestimmt nicht versuchen:
Es allen recht zu machen.
Das wäre nicht nur aussichtslos …
es wäre vermutlich auch ausgesprochen langweilig.
Mit vorzüglicher Hochachtung und einem äußerst gut gelaunten Augenzwinkern
Ihre stets unerschrockene Chronistin des SCATT
Die Claudchi


